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Der Deutschsprachige Studiengang

Graz entdecken

Erasmus Erfahrung in Graz (Februar-Juli 2014)

 


Fünf Monate eines Lebens zu beschreiben ist sicherlich eine Herausforderung, vor allem wenn man diese Monate weg von seiner/ihrer Heimat verbracht hat. Was war aber der Grund, welcher uns, vier Studentinnen aus Cluj-Napoca, dazu geführt hat, fast ein halbes Jahr im Ausland zu verbringen? Um die Antwort darauf herauszufinden, müssen wir in der Zeit zurückgehen.


Im März 2013 trafen wir die Entscheidung, welche unser ganzes Leben als Studentinnen verändert hat. Wir bewarben uns für ein Erasmus-Stipendium an der Karl-Franzens-Universität in Graz, Österreich. „Warum Österreich?“ – fragten alle unseren Bekannten. Für uns war dies der perfekte Ort und die beste Umgebung für die Verbesserung unser Deutschkenntnisse. Das war letztendlich der Hauptgrund für einen Aufenthalt in Österreich, da uns die verbesserten Sprachkenntnisse auch am deutschen Studiengang der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in Cluj-Napoca weiterhelfen.


Wir verloren keine Zeit und begannen damit, die erforderlichen Unterlagen für den Bewerbungsprozess vorzubereiten. Nach der Übergabe aller Dokumente und nach dem Durchlauf aller Auswahlphasen, waren wir alle auf die Ergebnisse sehr aufgeregt. Nach einigen Wochen war die Antwort da: wir wurden ausgewählt und kamen dadurch an unser Traumziel ein Schritt näher. Die Zeit verging und es war bereits Januar 2014. Nicht einmal Prüfungen, Sorgen und Stress konnten uns von der Aufregung ablenken. Unser Abenteuer war nur noch weniger als einen Monat entfernt. 


16.Februar: Die Zeit Abschied zu nehmen war da. Voller Freude und Aufregung haben wir unser Heimatland verlassen. Wir haben unsere Freunde, unsere Familien und unsere bisherige Umgebung für ein ganz neues Leben hinter uns gelassen. Was dann wirklich in unserem Herzen vor sich gegangen war, ist schwer zu beschreiben. War es Neugier, Angst, Glück oder eine Mischung aus allen? „Sind wir schon da?“ Wir konnten es kaum glauben, aber es war tatsächlich wahr. Wir befanden uns 800 km von zu Hause entfernt, in einer friedvollen Stadt namens Graz. Was wir als faszinierend empfanden, war die Tatsache, dass alles unbekannt und neu war: die Gebäude, die Bäume, die Parks. Graz war nicht bloß irgendeine Stadt: die Architektur hat uns begeistert und das Schloss im Stadtzentrum war atemberaubend. Es gab so viel Neues zu entdecken!


Unseren ersten Kontakt mir der Partneruniversität aus Graz hatten wir in den Welcome Week-Events, die für ausländische Studierende aus der ganzen Welt organisiert wurden. Während dieser Veranstaltungen haben wir gelernt, wie wir uns an verschiedenen Kursen anmelden können und wie die Online-Plattform der Universität funktioniert. Was wir als erstes bemerkt haben, war die kulturelle Vielfalt. Die Anzahl der in unserer Umgebung gesprochenen Sprachen war unglaublich. Und das war erst der Anfang...


Unsere Lehrveranstaltungen begannen im März und für uns fühlte es sich so wie der erste Schultag an. Wir wussten nicht, was zu erwarten war und das akademische System war etwas ganz Neues für uns. Die ersten Wochen waren am schwierigsten. Wir mussten uns nicht nur an die Universität gewöhnen, sondern auch an die Stadt, auf das Wohnheim und auf die unterschiedliche Kultur. Wir hatten aber auch die Chance Personen aus der ganzen Welt kennenzulernen und langfristige Beziehungen mit ihnen aufzubauen.


Was wir in Graz gefunden haben ist nicht einfach zu beschreiben. Die Erfahrung hat uns gezeigt, was reif zu sein wirklich bedeutet. Die am Anfang gefühlte Angst vor dem Unbekannten wurde schließlich vom Geschmack der Unabhängigkeit, des Erfolgs, des Ehrgeizs und der persönlichen Weiterentwicklung ersetzt. Wir haben über Empathie gelernt, wir haben kulturelle Barrieren durchbrochen und Vorurteilen und Stereotypen überwunden.


Zu sagen, dass wir keine Probleme während unseres Aufenthaltes begegnet haben, würde eine Lüge sein. Wir weinten, wir hatten Heimweh und fühlten uns mit den Aufgaben überfordert. Zusammenfassend sind all diese Gefühle aber verblüht und in der Vergangenheit verloren. An was wir uns wirklich erinnern können sind die Menschen und die ruhige und einzigartige Stadt mit ihren charakteristischen Parks und Orten.


Jeder Mensch, der eine ähnliche Erfahrung erlebt, nimmt diese anders wahr, aber etwas ist nun sicher: es hat unser ganzes Leben verändert.

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