UBB FSEGA
Der Deutschsprachige Studiengang

Interview mit Patricia Pașcalău (I)

Der 21. Januar dieses Jahres hat für mich nicht nur einer der ersten Schneetage in Cluj, sondern auch das Datum einer eher ungewöhnlichen Erfahrung meiner Studentenleben bedeutet. Ich wurde in die Zentrale der SC CORAMET SRL zu einem Interview mit Patricia Pașcalău, ehemalige Studentin des deutschsprachigen Studiengangs der FSEGA und aktuelle Marketing-Direktor bei CORAMET, eingeladen. Dort haben wir eine kurze Tour des Geschäfts gemacht, aber auch die Büros besucht, wo ich nette Mitarbeiter kennengelernt habe:).


Was den dort verbrachten Morgen betrifft, ging die Zeit schnell vorbei. Wir haben vieles besprochen. Z.B. da habe ich gelernt, wie das Leben einer Studentin an zwei Fakultäten läuft. Patricia studierte an dem deutschsprachigen Studiengang der FSEGA (2010-2013) parallel mit der Fakultät für Rechtswissenschaften (2011-2015). Da sie die Grundlagen der deutschen Sprache schon in der Schule gelernt hat (“George Coșbuc” Nationales Kollegium, Klasse 2010), hat sie auch ein Semester in Deutschland, als Erasmus Studentin an der Universität Münster, studiert.


Während des Besuchs, war Patricia so freundlich, eine Reihe von Fragen, die ich ihr gestellt habe, zu beantworten:


Wie haben Sie die Entscheidung getroffen, an FSEGA zu studieren?


Ich bin eigentlich in die Fußstapfen meines Vater getreten, weil er damals auch Wirtschaftswissenschaften studiert hatte. Der eigentliche Grund ist aber wegen der deutschen Sprache. Ich habe in der Schule Deutsch gelernt und wollte somit nicht nur meine Deutschkentnisse verbessern sonder auch die wirtschaftlichen Begriffe lernen. Einer der großen Vorteile auf Deutsch zu studieren ist, dass viele Kurse von ausländischen Lehrern gehalten werden. Sie kommen extra aus Österreich oder Deutschland zu uns und sind sehr gut vorbereitet. Die Studenten haben die Möglichkeit, mit diesen Professoren direkt zu arbeiten.


Wieso haben Sie Ökonomie mit Recht kombiniert? Wie hilfsreich war Ihr Studium in diesen zwei Bereichen? Wie bewerten Sie die Kenntnisse, die Sie als Studentin bekommen haben? Welcher Anteil Ihrer Kenntnisse stammen aus Universität, relativ zur Arbeitserfahrung?


Ich begann ursprünglich nur mit dem Wirtschaftstudium. Nach Abschluss des ersten Studienjahres, habe ich mich entschieden, dazu noch Jura zu studieren. Das war eine große Herausforderung für mich und ich wollte sehen, ob ich das schaffen kann. Als Geschäftsführer trifft man sich mit beiden Bereichen, die untereinander stark verbunden sind. Ich habe aus beiden Studiengängen sehr viel gelernt und mich in den Jahren persönlich weit entwickeln können. Es ist sehr schwierig, nicht nur so viele Informationen zu sammeln, sondern sich selbst sehr gut zu organisieren, sich selbst in kürzester Zeit zu mobilisieren, mit dem Druck umzugehen und auch ein persönliches Leben zu führen. Jetzt scheinen mir die meisten Aufgaben sehr einfach zu schaffen.


Wie hat Ihnen Ihre Studium-Erfahrung in Deutschland gefallen? Würden Sie den Studenten es empfehlen, ein Semester in Ausland zu studieren? Wenn ja, in welchem Semester? Wie sind Sie mit der deutschen Sprache herausgekommen?


Ja definitiv, ich empfehle allen Studenten, diese Gelegenheit zu nutzen. Ich hatte Wirtschaftwissenschaften schon beendet als ich das Stipendium bekam. Ich denke, dass man das erste und das letzte Jahr im eigenen Land studieren sollte. Das Erste, um sich an das Studium zu gewöhnen und einen Vergleich machen zu können, und das Letzte aufgrund der Lizenzarbeit und alles was zum letzten Jahr dazu gehört. Ich hatte überhaupt keine Probleme mit der deutschen Sprache, weil Münster ein Universitätstadt ist und fast jeder Hochdeutsch spricht. Ich habe das Wörterbuch nur für Begriffe im rechtlichen Bereich genutzt. Ich denke, dass ein Auslandstudium einen reifer und erfahrener macht. Du findest dich plötzlich allein in einem neuen Umfeld, kennst niemanden und weißt gar nicht, wo du ein Lebensmittelgeschäft findest. Nicht zu erwähnen, dass sofort als ich ankam, ich mir schnell eine Wohnungsgemeinschaft finden musste. In Münster sind alle Mieten mit sechs Monaten vor reserviert. Zwei Monate hatte ich kein Internetzugang, dass ein großes Problem darstellte. Man konnte mit der Universität nur per Email in Kontakt bleiben. Ich bin teilweise in unangenehmen Situationen gekommen, aus denen ich wiederum Erfahrung sammeln konnte. Ich bin viel mit dem Zug gefahren, ich habe viele Abenteuer erlebt und sehr viele unterschiedliche Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt.


Warum haben Sie nicht ein völlig ausländisches Studium gewählt? Was halten Sie für mögliche Vorteile eines ausländischen Studiums?


Ich habe nicht ein komplettes Studium im Ausland gewählt, weil ich sonst nicht beide Studiengänge beenden hätte können. Der Vorteil wäre gewesen, die Art der Lehre im Ausland mitzunehmen. Die Lehrer legen viel Wert auf praktische Fälle und versuchen, eine gewisse Denkweise zu übermitteln. Junge Menschen werden ermutigt, ihre eigene Meinung zu formulieren und ihre Meinungen zu unterstützen. Man kann viele interessante und nützliche Kurse wählen und man hat Zugriff auf viel mehr Informationen. Es gab zum Beispiel einen Kurs, "Okönomie und Recht", wo ich viel über Neuromarketing lernte. Hier bei uns habe ich dieses Thema nie gehört und Bücher darüber sowieso nicht gefunden.


(Fortsetzung folgt)

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