UBB FSEGA
Der Deutschsprachige Studiengang

Interview mit Patricia Pașcalău (II)

(Fortsetzung des 1. Teils)


Nach dem Abschluß waren Sie nicht in Versuchung, in einem multinationalen Unternehmen zu arbeiten, wie viele Studenten, die bei einer deutschsprachigen Studiengang studieren? Welche, glauben Sie, sind die Nachteile der Beschäftigung als Angestellte? Aber die Vorteile der Arbeit als Manager eines Unternehmens?
Nein, ich wusste schon als Kind was ich später arbeiten möchte. Obwohl ich nach dem Studium Angebote von multinationalen Gesellschaften erhielt, wäre es für mich der einzige Vorteil gewesen, im Ausland zu arbeiten und so die Sachen von einer anderen Perspektive zu sehen. Ein Vorteil des Arbeitsnehmer ist es, dass man keine grosse Risiken nehmen muss. Wenn du deine Arbeit gut machst, kannst du pünktlich und ruhig nach Hause gehen und die Freizeit mit der Familie verbringen. Es hängt von der Position ab, aber in den meisten Fällen muss man keine schwierige Entscheidungen treffen, man muss nicht zu allen Problemen schnelle Lösungen finden und man trägt nicht die ganze Verantwortung, so dass die Belastung viel kleiner ist. Vorteile für ein eigenes Unternehmen sind die flexiblen Arbeitszeiten und keine Routine, obwohl Studien zeigen, dass Routine uns glücklich macht.


Sie leiten die Firma SC CORAMET SRL zusammen mit Ihrem Vater. Könnten Sie bitte das Unternehmen kurz vorstellen?
Das Unternehmen wurde vor 24 Jahren gegründet, genauer gesagt einen Tag bevor ich geboren wurde. Seitdem ist es stetig und allmählich durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit gewachsen. Wir verkaufen in Groß-und Einzelhandel, Dekorputz, waschbare Farben, Lacke, Glanzlacke, Färberei Zubehör, Polystyrol, Oxide, Farbstoffe, Elektroden und Reinigungsmittel. Unser Personal ist in der Malerei spezialisiert und bietet professionelle Beratung an. Zur Zeit haben wir ein Netzwerk von 32 Läden und 5 Lagerhallen erreicht.


Wann haben Sie eigentlich begonnen, bei diesem Unternehmen zu arbeiten? Wie viel hat Ihr Vater Sie in der Firma beteiligt, bevor Sie Ihr Studium beendet haben?
Ich begann schon während der Schultzeit in den Sommerferien mit meinem Vater zur Firma zu gehen und dort in verschiedener Art und Weise auszuhelfen. Als ich die Uni beendete, hatte ich schon in fast allen Abteilungen gearbeitet. Ich fing mit dem Verkauf von Waren im Laden an, bis hin zu Begleitung meines Vaters bei Geschäftstreffen. Ich habe also schon früh Interesse gezeigt, bevor ich an das Fachwissen kam. Es war bei den ersten Buchhaltungkursen ziemlich lustig: während meine Kollegen Schwierigkeiten hatten, überhaupt "was mit diesen Konten sei" zu verstehen, überlegte ich mir, wie ich es an Stelle des Professors den Kollegen erklären würde. Ich hatte bereits in der Firma für die Buchhaltungsabteilung auch ohne Basiswissen viel gearbeitet, sodass das Studium für mich deutlich leichter war.


Wie sieht ein gewöhnlicher Tag bei Ihnen aus? Womit beschäftigen Sie sich eigentlich? Wie hat das sich mit der Zeit entwickelt?
Kein Arbeitstag sieht gleich aus. Es erscheinen immer neue Aufgaben, Probleme oder Treffen. Oft muss ich mich um die Beziehungen zu den externen Lieferanten oder Großkunden kümmern. Ich habe als Übersetzer begonnen und konnte meinem Vater dank meiner Deutsch und Englisch Kenntnisse alles übersetzen. Seit September 2015 arbeite ich intensiv im Marketing und werde bald den Online-Shop eröffnen.


Wie viele Personen managern Sie jetzt? Was für Probleme haben Sie mit Ihren Kollegen/Angestellten?
Das Unternehmen hat zurzeit etwa 150 Mitarbeiter. Es ist immer ein Problem, gutes Personal zu finden. Ich glaube, dass die Missverständnisse bzw. Probleme in der Familie bleiben sollten. Es gibt aber soweit keine Missverständnisse und sommit nichts zu berichten. Die meisten Kollegen arbeiten seit Jahren in der Firma, viele davon sogar als Ehepaar. Wir sind ein gutes Team und wir helfen uns gerne untereinander.


Welche, denken Sie, sind die Vorteile eines Unternehmens in der Familie? Aber die Nachteile?
Der Vorteil ist, dass man innerhalb der Familie volles Vertrauen untereinander hat. Der einzige Nachteil ist die Tatsache, dass wir manchmal egal ob Mittag- oder Abendessen, es immer über das Geschäft reden. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob es wirklich ein Nachteil ist. :)


Wo sehen Sie sich beruflich in 10 Jahren?
Beruflich sehe ich mich in 10 Jahren zusammen mit meinem Bruder immer noch bei CORAMET. Natürlich deutlich selbstbewusster und erfahrener, was meine Entscheidungen oder Problemlösungen angeht. Auch wenn die Position als Chef sehr attraktiv ist, wünsche ich aus meinem ganzen Herzen, dass mein Vater immer noch mit uns im Geschäft bleibt und uns mit seiner Lebenserfahrung helfen wird. Mehrere Geschäftsideen, die ich hoffentlich in die Praxis erfolgreich umsetzen werde. Eine Karriere als Universitätsprofessor kann ich mir nebenbei auch gut vorstellen.


Wie würden Sie Ihr Studium bei FSEGA beschreiben?
Als Student kannst du die beste Zeit deines Lebens haben, solange du weißt, es zu genießen und zu schätzen. Wichtig ist es ein Gleichgewicht zwischen Studiumzeit und Freizeit zu finden. Während deines Studiums bekommst du nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch schöne Erfahrungen und Erinnerungen. Der deutsche Studiengang hat den Vorteil, mit weniger Studenten zu arbeiten. So können sich die Kollegen untereinander besser kennenlernen. Auch die Beziehung zwischen Lehrern und Studenten ist sehr eng. Die meisten kannten uns beim Namen und halfen uns immer wenn wir Hilfe brauchten.


Welche ist Ihre Beziehung mit FSEGA (Professoren, ehemalige Kollegen)?
Drei meiner ehemaligen Kollegen sind jetzt meine beste Freundinnen. Diesen Sommer werde ich Brautjungfer für eine von diesen sein. Ich bin in Kontakt mit meinem Lizenzarbeit-Betreuer und mit einigen meiner Lieblingslehrerinnen geblieben, die sich viel Mühe geben und großes Interesse für den deutschen Studiengang zeigen, und ich treffe sie sehr gerne an die Veranstaltungen, die sie organisieren.


 

Autoren

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar